![]() Sprengt die engen Fesseln der Minimalkultur! Lindert die Schmerzen eurer Handgelenke mit Freundschaftsbändchen! Gebt den Arschgeweihten ihre verdiente letzte Ölung! T.Raumschmiere und Sandra Nasic, die bekannte Front- und Trümmerfrau der Guano Apes, satteln ihr Schweinchen namens Rock und galoppieren darauf schnurstracks Richtung Grenzüberschreitung hinein ins Stadion, wo ein Rasen der Gefühle darauf wartet, aufgewühlt zu werden. 'A Very Loud Lullaby' ist damit nicht nur eine pikante Nummer zwischen zwei Tätowierten, sondern auch gleich die zweite Singleauskopplung von Raumschmieres neuem Album 'Blitzkrieg Pop', das im September erscheint. 'A Very Loud Lullaby' zollt der Rockgeschichte im Stile von Geschmacksgiganten wie 'Europe' oder 'Doro Pesch' seinen ganz speziellen Respekt. Stimmlich triumphiert die erfahrene Sängerin Sandra Nasic mit allen Finessen, die für eine Hymne dieser Art Voraussetzung sind: beschwörend in den Strophen, opulent im Refrain. Und musikalisch führt T.Raumschmiere mit schwerem Digi-Bass, zottelhaarigen Drums, und Breitwand-Gitarren seinen bulligen PA-Panzer gegen jede Wand, die eine Gefahr für die künstlerische Freiheit bedeuten könnte. Dass sich beide Künstler auf ihre Art mit diesem Song ein blaues Auge einfangen, ist nicht nur gewollt, sondern Teil des Terrains, auf dem sie sich bewegen. Doch wird dieser Song zweifelsohne seine Fans finden, die gar nicht anders können, als ihre Mähne mit erhobenem Teufelsgruß bejahend zu schütteln. Skeptiker mit Humor hingegen sollten sich das über jeden Zweifel erhabene Logo zur deutschen Fußballweltmeisterschaft vor Augen führen, um festzustellen, dass jetzt endlich die dazu passende Stadionhymne geschrieben ist, die zu derart tränenreichen Gelächter Anlass gibt. Oder sie hören in die Remixe rein. Denn Si Beggs bombastische House-Rock-Nummer tritt so gewaltig in den Arsch, dass selbst Daft Punk und Basement Jaxx sich ihr Popöchen reiben dürften. Raumschmieres Label-Mate aus Brighton kennt eben kein Pardon, wenn es gilt, die englische Domäne des Dancehools wirksam zu verteidigen. Und Sascha Ring alias Apparat, der zusammen mit Raumschmiere das Label Shitkatapult führt, grillt Schweinchen Rock schließlich als saftige Ravesau über elektronischem Feuer zu einem romantisch stimmenden Beatgewitter. Eine finale Schlachtplatte, die jeden noch so empörten Fan versöhnen sollte. |